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Teltow Reiseführer

Ein detaillierter Reiseführer für Ihren nächsten Deutschland Urlaub

Teltow
Teltow Kanal
[ Quelle: Wikipedia]

Mehr Infos über Teltow

Teltow wird im Norden vom Teltowkanal begrenzt, nur an der Brücke zu Kleinmachnow ragt das Stadtgebiet ein kleines Stück über den Teltowkanal nach Norden hinaus. Im Norden liegt der Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf, im Osten und Süden Großbeeren, im Westen Stahnsdorf und im Nordwesten Kleinmachnow.

Teltow liegt auf der gleichnamigen Grundmoränenhochfläche Teltow, die den südwestlichen Teil Berlins und den angrenzenden Teil Brandenburgs einnimmt. Die Grundmoräne entstand in der jüngsten, der Weichsel-Eiszeit vor zirka 21.000 Jahren. Im Bäketal formten die Wasserströme ein besonders bewegtes Relief mit kleinräumigen Hügelketten aus Geschiebemergel und Schmelzwasserrinnen, die heute mit Pfuhlen und Tümpeln durchsetzt sind. Diese aus geologischer Sicht verhältnismäßig lockere Ablagerung erleichterte den Bau des Teltowkanals erheblich.


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Kultur und Sehenswürdigkeiten in Teltow

Die Stadtkirche St. Andreas in der Teltower Altstadt, deren Ursprünge in das 12. Jahrhundert zurückreichen, ist das Wahrzeichen der Stadt. Im Verlaufe der Zeit wurde die Kirche von mehreren Stadtbränden erheblich beschädigt, so dass heute nur noch das Mauerwerk aus der Zeit der Erbauung stammt. Nach dem Stadtbrand von 1801 wurden der Innenraum und der Turmaufsatz unter der Regie des berühmten Baumeisters Karl Friedrich Schinkel im klassizistischen und neugotischen Stil gestaltet. Diese Ausstattung wurde 1910 von einem Brand vernichtet. Das Kirchenschiff erhielt danach ein hölzernes Tonnengewölbe, das unter der flachen Kassettendecke eingezogen wurde. Im September 2006 wurde die Turm- und Außensanierung begonnen und Ende 2007 abgeschlossen.

Die ehemaligen maroden Eisenhartgussglocken sind im angrenzenden Pfarrhaus in der Ritterstraße 11 zu betrachten. Das sanierte Kellergewölbe des Pfarrhauses weist an seinen teilweise erhaltenen historischen Gründungen Spuren der verschiedenen Stadtbrände auf.

Am Ostende des Dorfangers in Ruhlsdorf steht die um 1250 gebaute Ruhlsdorfer Dorfkirche. Dem ursprünglichen Feldsteinbau aus behauenen Granitfindlingen mit lang gestrecktem Schiff und eingezogenem, gerade geschlossenen Chor wurden Backsteinanbauten angefügt. Der schlanke Turm, der sich innen in einer Patronatsloge öffnet, wurde 1759 erbaut, die Vorhalle im Norden kam 1929/39 hinzu. Die Innenausstattung ist 1931 stark verändert worden. Es sind noch Reste mittelalterlicher Ausmalung und drei Weihekreuze vorhanden. Die Seitenkanzel aus dem Jahre 1594 ist mit alten Gemälden und plastischen Engelköpfen verziert. Sie wurde 2002 aufwändig restauriert.

Auf dem Marktplatz der Stadt steht der Stubenrauch-Brunnen, der 1908 vom Bildhauer Ferdinand Lepcke geschaffen wurde und die Inschrift „Dem Schöpfer des Teltowkanals – Landrat von Stubenrauch – 1908“ trägt. Dem Werk fehlen die beiden Seitenteile, Bronzereliefs mit Frauenskulpturen, die die verbundenen Schwesterflüsse Havel und Spree symbolisieren sollten. Das Denkmal, das in der Zeit der DDR 1974 einem VVN-Denkmal weichen musste, hatte über Jahrzehnte an der Potsdamer Straße/Ecke Elbestraße gestanden und kehrte im Juli 1998 auf seinen angestammten Platz zurück. Das Denkmal für die Opfer des Faschismus wurde an anderer Stelle in der Stadt aufgestellt.

Auf dem Friedhof an der Potsdamer Straße erinnern zwei Gräberfelder an NS-Opfer: Vor dem Sowjetischen Ehrenfriedhof sind 24 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter begraben. Auch die elf tschechoslowakischen Opfer in einer weiteren Anlage, die bei einem Bombenangriff 1943 starben, mussten während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeit verrichten.

Das Kriegerdenkmal auf dem „Zickenplatz“ zwischen Breite und Berliner Straße in der Altstadt wurde vom Teltower Bildhauer Mattausch entworfen und 1913 anlässlich der Hundertjahrfeier der Völkerschlacht bei Leipzig (Leipzig Ferienwohnungen | Leipzig Reisetipps) eingeweiht. Steinfindlinge aus der Mark Brandenburg und dem Harz sowie ein griechischer Helm sind aufgetürmt. Unterhalb des Eisernen Kreuzes – 1813, zu Beginn des Krieges gegen Napoleon von König Friedrich Wilhelm III. für alle Dienstgrade gestiftet – befindet sich eine Bronzetafel. Verzeichnet sind darauf die Namen der gefallenen Teltower Bürger aus den Befreiungskriegen 1813 bis 1815, dem deutsch-dänischen Krieg 1864, dem deutsch-österreichischen Krieg 1866 und dem deutsch-französischen Krieg 1870/71.

Die Buschwiesen, auch Hollandwiesen genannt, sind ein offener Landschaftsbereich im Süden Teltows, der als Naherholungsgebiet genutzt wird. Die Buschwiesen befinden sich in einer geologischen Senke. Mündlichen Überlieferungen zufolge existierte bis zu den 1960er Jahren ein kleiner See in dieser tiefer gelegenen Ebene. Diese offene Wasseransammlung versiegte, als man in den 1960er Jahren ein größeres Graben- und Abflusssystem errichtete. Die Buschwiesen gelten als Einzugsgebiet für Regenwasser aus den umliegenden Ortsteilen. Die Wiesen mit ihren kleinen Wäldchen, besonders der „Pappelwald“, bilden einen wichtiges Biotop für Hasen, Rebhühner, Rehe, Füchse und Wildschweine. Der Pappelwald ist ein aufgeforsteter Wald. Seine Gründungsgeschichte hängt mit dem Plan zusammen, die Berliner Bahntrasse von Lichterfelde-Ost bis nach Stahnsdorf zu verlängern. Zu Zeiten des Dritten Reiches errichtete man einen Bahndamm und schüttete hierzu große Mengen Sand auf. Das Schienenprojekt wurde jedoch infolge der Kriegskatastrophe nicht vervollständigt, man pflanzte später Pappeln auf dieser unnatürlichen Erhebung an. Hierbei wurde die Grundlage für die Entstehung des kleinen „Papelwaldes“ in den Buschwiesen geschaffen. Er gilt als Rückzugsgebiet und Hort der Tier- und Pflanzenwelt im Herzen Teltows.

Der Röthepfuhl ist ein Teich in Ruhlsdorf, der seinen Namen vermutlich durch die Ruhlsdorfer Flachsbauern bekam. Im 19. Jahrhundert wurde die Flachsernte zum Einweichen ans Wasser gebracht, damit die Fasern in den Halmen sich lösten. Das Wasser bekam eine rötlich-braune Farbe, danach wurde der Flachs getrocknet. Dieser Vorgang hieß „röthen“ oder „röten“. Im Röthepfuhl gibt es Graureiher, Stockenten, Erdkröten, Teichrohrsänger und Nachtigallen. Es wachsen Schilfrohr und Seerosen, Flatter- und Sumpfbinsen, scharfer Hahnenfuß steht neben wilden Stiefmütterchen. Nach Auskunft des Anglervereins Teltow gibt es im Pfuhl Rotfeder, Schleien und Hechte.

Das Heimatmuseum im Hoher Steinweg, eingerichtet in dem nach dem großen Stadtbrand von 1711 erbauten ältesten Gebäude der Stadt und betreut vom Heimatverein Stadt Teltow 1990 e. V., zeigt seit 1994 ein Spektrum historischer Stadtgeschichte. Ausstellungsschwerpunkte sind die Ackerbürger und ihre Arbeitsgeräte, Werkzeuge und Maschinen verschiedener Handwerker und die Veränderung der Stadt nach dem Bau des Teltowkanals.

Das Deutsche Schweinemuseum im Ortsteil Ruhlsdorf präsentiert als einziges Museum seiner Art über das Schwein als Nutztier die historische Entwicklung der Schweinehaltung und -züchtung in Deutschland. Es befindet sich auf dem Gelände der 1918 gegründeten ersten Versuchswirtschaft für Schweinehaltung. Der Besucher erhält Einblicke über die Herkunft und Entwicklung der alten und der Kultur-Rassen, die Fütterung, die Haltung, die Besamung, die Leistungsprüfung, den Transport, die Schlachtung und die Verwertung des wichtigsten Fleischproduzenten. Die Gesellschaft für Agrargeschichte fördert die Erhaltung der historischen Zeugnisse bäuerlichen Wirtschaftens und hat das Museum als Deutsches Agrarkulturerbe eingestuft.

Mitarbeiter des Betriebes Geräte- und Reglerwerke gründeten 2005 den Verein Industriemuseum Region Teltow e. V. Dieser bewahrt die Erinnerung an die einstigen Firmen und die industrielle Entwicklung der Region. Die Ausstellungsräume befinden sich in Kleinmachnow.

Das Teltower Wassermuseum der Mittelmärkischen Wasser- und Abwasser GmbH befindet sich in der Oderstraße in einem als Baudenkmal eingestuften historischen Pumpwerk aus dem Jahr 1910. Es zeigt die Geschichte der Wasserver- und -entsorgung.

Die größte Veranstaltung in Teltow ist das seit 1989 ausgerichtete dreitägige Teltower Altstadtfest. Wegen der Sanierung der Altstadt wurde das Fest 2005 in den Gewerbepark Techno-Terrain-Teltow verlegt und in Teltower Stadtfest umbenannt. In der Altstadt findet weiterhin das Frühlingsfest im Mai und der Tag der offenen Höfe im August statt.

[ source: Wikipedia ]

Landkarte und Wegbeschreibung für Teltow

Teltow liegt an den Landesstraßen 40 und 76. Die L 76 verläuft vom Ortskern Stahnsdorf durch Teltow. In der Ortsmitte trifft die Straße auf den Ruhlsdorfer Platz, als Knotenpunkt der Landesstraße mit der Verbindung von Berlin-Zehlendorf nach Ruhlsdorf. Vom Ruhlsdorfer Platz wendet sich die Straße südöstlich, und trifft bei Großbeeren auf die B 101.


Teltow
Teltow
[ Quelle: Wikipedia]

Nützliche Webseiten

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Mehr über die Geschichte von Teltow

Adlige, Geistliche und Bürger gründeten vor 1300 in Teltow wie in anderen Städten der Mark die religiöse Bruderschaft Der Kaland. Der Kalandgesellschaft gehörten Männer und Frauen an. Sie kamen am ersten Tag des Monats zusammen, hielten gemeinsame Andachten ab und widmeten sich sozialen Aufgaben. Hans von Berne wurde 1438 als Lehnrichter in den Kaland aufgenommen. 1468 kam Teltow unter die Lehensherrschaft der Familie von Schwanebeck.

Mit dem Übertritt des Bischofs Matthias von Jagow und des Lehnrichters Joachim von Schwanebeck zum Luthertum endete am 31. Oktober 1539 der Kaland. 1571 ging die Stadtherrschaft nach der Reformation wieder an den Kurfürsten zurück. Zur gleichen Zeit wurde die Stadt der Verwaltung des Domänenamtes Ziesar mit Sitz in der Burg Ziesar unterstellt. Die Pest wütete 1566 in Teltow, später forderte die Seuche nochmals in den Jahren 1612, 1626, 1631 und 1638 ihre Opfer.

Der Bau des Teltowkanals von 1901 bis 1906 und der Schleuse Kleinmachnow war eine wichtige Initialzündung zur Industrialisierung der Stadt. Gleichzeitig galt die Schleuse als große Attraktion für Berliner Wochenendausflügler. Während des Kanalbaus wurde 1904 eine Porzellanfabrik gegründet, die ab 1908 Isolatoren für Elektroprodukte unter dem Warenzeichen Dralowid herstellt. 1911 wurde am Großbeerener Weg ein Versuchsflugplatz gebaut, von dem Übungsflüge zwischen Teltow und Johannisthal durchgeführt wurden. Die Flüge wurden 1918 wegen des Versailler Friedensvertrages gestoppt.

Ein wichtiges Ereignis für die Entwicklung von Teltow war im Januar 1946 die Gründung der Askania Feinmechanik und Optik GmbH, die Systeme zur Automatisierung industrieller Prozesse entwickelte. 1948 wurde Askania wie alle größeren Betriebe in Volkseigentum VEB Mechanik Askania Teltow überführt und 1954 in VEB Geräte- und Reglerwerke Teltow (GRW Teltow) umbenannt. Die GRW Teltow erhielt 1962 durch Beschluss des Volkswirtschaftsrats die landesweite Verantwortung für die Betriebs-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik (BMSR-Technik) in der DDR. Der Betrieb wuchs bis auf zirka 12.000 Beschäftigte in den 1970er Jahren an und war das Zentrum der Automatisierungstechnik der DDR.

Zwei Tage nach dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 wurde die Grenzübergangsstelle Phillip-Müller-Allee (heute Lichterfelder Allee) nach Lichterfelde geöffnet. Der Westen hatte diesen Übergang für den Fahrzeugverkehr geschlossen, nachdem das Ministerium für Staatssicherheit 1952 den Juristen Walter Linse über diesen Grenzübergang über Teltow nach Ostberlin und später nach Moskau verschleppt hatte, wo er im Dezember 1953 hingerichtet wurde. Am 23. Juni 1990 wurde rund 29 Jahre nach dem Mauerbau die wiederaufgebaute Knesebeckbrücke nach Schönow geöffnet.

Nach 1990 wurde das Prinzip Rückgabe vor Entschädigung der damaligen Bundesregierung angewandt. Wohnungen und Grundstücke standen in der DDR unter staatlicher Zwangsverwaltung, was der Regelfall bei sogenannten Westgrundstücken war. Die Auseinandersetzungen zwischen den Eigentümern, die die Rechte an ihren Grundstücken und Häusern zurückerhielten, und den Mietern machten im Fall Sabersky viele Schlagzeilen: Über die Eigentumsverhältnisse von rund 1000 Grundstücken nördlich der Lichterfelder Allee in Teltow-Seehof wird seit 1990 ein Rechtsstreit geführt, einer der größten vermögensrechtlichen Rückübertragungsfälle in Deutschland. 1870/71 hatte der jüdische Kaufmann Max Sabersky und sein Bruder das 84 Hektar große Gut Seehof erworben. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verkauften sie zwischen 1933 und 1939 den Grundbesitz. Im Kern wird darüber gestritten, ob die Saberskys die Grundstücke zwangsweise verkaufen mussten, weil sie Juden waren, oder ob sie dies freiwillig als Kaufleute taten. Dies führte zu mehreren Gerichtsverfahren bis vor das Bundesverwaltungsgericht. Viele der heutigen Grundstückseigentümer haben sich mit der Erbengemeinschaft individuell geeinigt. Einzelne Grundstücke wurden an die Sabersky-Erben zurückgegeben. Über vier Hektar Grün- und Waldfläche im Besitz der Stadt Teltow wird weiter gestritten.

[ source: Wikipedia ]



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